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Vinyl.

Seit meinem Geburtstag hab ich jetzt einen Schallplattenspieler und bin sehr glücklich darüber. Den ersten Versuch dazu unternahm ich schon Anfang des Jahres, allerdings kam der dann schon kaputt bei mir an. Vinyls hatte ich mir zwar schon zugelegt, aber diese blieben erstmal ungehört.

Jetzt aber!
Als die ersten Töne der Blues Brothers Platte zu hören waren war ich sofort Feuer und Flamme. Der Ton ist einfach unheimlich satt, vor allem die tiefen Töne. Charmant fällt mir noch ein, um den Sound zu beschreiben. Wer weiß an was das alles liegt, ich möchte jetzt die Vinyl nicht in esotherische Höhen loben, aber die Musik klingt einfach anders, geschmeidiger, voller, wärmer.

Das größere Format lässt auch Platz für mehr künstlerische Freiheit, z.B. bei der Gestaltung des Covers. Manch eines davon möchte ich mir glatt als Bild aufhängen.

Was mich besonders anspricht ist die Art und Weise, wie man damit Musik hört. Allein dadurch, dass es einen gewissen Aufwand darstellt, Musik damit abzuspielen, lässt einen bewusster zuhören. Platte aussuchen, auflegen, säubern, anschalten, Tonarm auflegen und genießen. Ich hab auch festgestellt, dass ich Platten viel mehr von Anfang bis Ende höre, so wie es Gedacht war (vgl. meinen älteren Post). Auch das liegt wahrscheinlich daran, dass es einfach viel aufwendiger ist zwischen Titeln zu springen. Ich empfinde das aber nicht als etwas Schlechtes, sondern als einen handfesten Vorteil. Ich höre bewusster. Bewusster, bewusster. Genau das ist es und ich mag es. Das stellt natürlich auch Ansprüche an die Platte, ich kann mir vorstellen, dass, sollte ich mal eine Platte besitzen, die mich nicht überzeugt, weil nur 1-2 Titel gut sind, ich diese noch weniger hören würde.

Was mir auch eine wahre Freude bereitet ist das Gebrauchtwarenangebot. Es macht mir Spaß auf ebay dieser einen Vinyl nachzujagen um sie dann endlich irgendwann in Händen zu halten. Kosten tut das meistens dann auch nicht viel, denn für viele Menschen ist die Schallplatte wertlose Altlast. Aber für mich sind es Schätze, eine Möglichkeit, Musiklandschaften zu erkunden, die es so heute nicht mehr gibt. Das Stöbern macht mir einfach Spaß und durch den Schallplattenspieler hab ich jetzt eine weitere Gelegenheit dazu.

Insgesamt ist Musik dadurch greifbarer. Ich kann mehr Genießen. Beine hoch und ab dafür!

Danke, Tatjana!

Die Sache mit der Musik und dem Anfassen.

Es ist so einfach: Man hat eine neue Band endeckt, von der man am liebsten gleich die gesamte Discografie hätte, also geht man ins Internet un lädt sie sich runter. Bestenfalls legal bei einem der größeren Anbieter. Inzwischen sogar ohne DRM. Wenn das mir so geht, schau ich zuerst beim Onlineversandhaus meines Vertrauens nach, was die dazu so im Angebot haben. Und meistens gibts dann die gewünschte CD auch. Und immer öfter gibts das gute Stück auch als mp3-Downloadalbum.

Ganz ehrlich: Mir schauderts bei dem Gedanken ein mp3-Album zu kaufen, und das aus mehreren Gründen. Was ist, wenn die Festplatte hinüber ist? Klar, auch hier kann man wie bei allen digitalen Erzeugnissen argumentieren: “Mach n Backup, Dude, immer backuppen!” Das mag richtig sein, aber mein Bauchgefühl sagt mir was anderes. Und außerdem: Das Gefühl, auf eine CD zu warten, sie dann in den Händen zu halten, das Artwork des Albums zu bewundern und das Booklet zu durchforsten, ist einfach grandios.

MP3s auf dem PC verleiten außerdem dazu, ein Album nicht mehr als das zu sehen, was es ist (oder sein sollte): Ein Gesamtkunstwerk. Im besten Falle hat sich der Künstler Gedanken gemacht, in welcher Reihenfolge seine Lieder auf der CD gelandet sind. Also finde ich es nur richtig und wichtig, den Tonträger ab und an so zu hören wie es gedacht war: PC aus, HIFI-Anlage an, in einem coolen Retrosessel setzen und zurücklehnen.

Bestimmt hat diese Behandlung nicht jedes Album verdient. Bei manchen Alben mag ich tatsächlich nur ein, zwei Lieder. Und dann ist der (legale) Download eine feine Sache.

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